Die „Menschenrasse“ ist – bezogen auf den Menschen – für viele Anthropologen, Biologen und Nichtbiologen ein umstrittener Begriff. Während im englischen und französischen Sprachgebrauch „race“ eine Gruppe von Menschen oder die gesamte Menschheit („human race“) bezeichnet, ohne damit die Absicht einer Klassifizierung oder tiefgreifender Unterschiede zu verbinden, steht die „Rasse“ im Deutschen für Menschengruppen, die durch genetische als auch optische Verschiedenheit definiert werden sollen.

Die verschiedenen „Rassen“ wurden primär aufgrund äußerlicher (phänotypischer) Merkmale wie Hautfarbe, Behaarung oder Schädelform typologisch unterschieden, häufig wurden aber auch zusätzliche Unterschiede im Charakter und den Fähigkeiten entsprechender Individuen angenommen bzw. behauptet.
In der Anthropologie wurde Rasse vom späten 17. Jahrhundert bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts als Bezeichnung zur Klassifizierung von Menschen verwendet, seit dem 19. Jahrhundert vielfach synonym mit Volk. In der Biologie wird die Art Homo sapiens heute weder in Rassen noch in Unterarten unterteilt. Molekularbiologische und populationsgenetische Forschungen seit den 1970er Jahren haben gezeigt, dass eine systematische Unterteilung der Menschen in Unterarten ihrer enormen Vielfalt und den fließenden Übergängen zwischen geographischen Populationen nicht gerecht wird. Die Einteilung des Menschen in biologische Rassen entspricht damit nicht mehr dem Stand der Wissenschaft. Dennoch wird der Begriff bisweilen in der Anthropologie und im üblichen Sprachgebrauch in manchen Ländern (etwa in Lateinamerika) nach wie vor verwendet, sei es auch nur zur geografischen Einordnung der Herkunft in der Kriminalistik.

In der forensischen Kriminalistik ist die Klassifizierung nach Herkunft oft nicht wegzudenken.

1. Buschmänner
 Die “reinrassigen”  Buschmänner sind im Durchschnitt lediglich 1,44-1,50m. Unterarten haben sich mit einigen Negervölkern und in Form der Hottentotten gebildet. Letztere haben einen höheren Körperwuchs, um 1,65m. Die Körper sind zierlich und sehr mager, schon fast ausgemergelt. Die Extremitäten sind dünn, Hände und Füße klein. An Hand des Skeletts lassen sich kaum geschlechtsspezifische Unterschiede erkennen. Sie haben eine hellbraune bis gelbliche, sogar grünstichige, faltenreiche und trockene Haut. Sie neigen zur Fettsteißbildung und Hängebauch, der ein typisches Erkennungsmerkmal darstellt. Im Gegensatz zum büscheligen, gekräuselten Haarwuchs ist der Bartwuchs spärlich. Sie sind langköpfig, mit gewölbter, vorstehender, aber schmaler Stirn. Die Augen sind klein und sehr dunkel bis tief schwarz. Die Nase ist kurz und breit. Die Jochbeine sind prägnant. Der breite Mund hat üppige Lippenpartien.

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2. Negrito
A) Negrito Afrikas
Der Negrito Afrikas ist eine der beiden Unterarten des Negrito.
Ihn kennzeichnet eine sehr geringe Körpergröße von nur 1,37-1,40m.
Er ist kurzköpfig, hat eine umgekehrt dreieckige Gesichtsform, kleine Augen, eine kurze, breite Nase, sehr prägnante Jochbeine und einen sehr hervorstehenden Oberkiefer, der die Mundpartie schnauzenartig hervorstechen lässt.
B) Negrito Asiens
Sie sind größer, 1,46-1,48m, die Hautfarbe ist schokoladig bis schwarz, der Haarwuchs schwarz, gekräuselt und buschig. Auch dieser Negrito ist kurzköpfig, hat runde, nicht sehr große, aber sehr dunkle Augen. Die Nase ist kurz und läuft zu Spitze breiter, dreiecksförmig, auseinander.

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3. Neger
A) Nigritier
Der Nigritier ist eine der beiden Negerrassen. Er ist mit etwa 1,68m überdurchschnittlich groß. Er ist schokoladenbraun und dunkler, aber nicht schwarz, der Haarwuchs ist kurz, kraus und schwarz.
Er ist langköpfig. Er hat große, runde, vorquellende Augen, die zusätzlich durch die gelbliche Verfärbung der Hornhaut hervorsticht. Die Nase ist im Allgemeinen breit, klein und platt. Die Wangenknochen sind nicht prominent. Die Lippen sind sehr dick und aufgeworfen. Der Unterkiefer ist hervorstehend.
B) Bantu
Der Bantu ist die zweite Unterart des “Negers” und hat bei einer Körpergröße von 1,71-1,74m eine kräftige Statur mit einer dunklen bis schwarzen Hautfarbe. Der Haarwuchs entspricht dem des Nigritier, kraus und schwarz, aber in der Regel etwas länger. Grundsätzlich ist er auch langköpfig, aber der Kiefer ist eher zurückweichend, jedenfalls nicht hervorstehend. Auch die Wangenknochen sind nicht prominent. Die Augen sind auch schwarz, rund und hervorstehend. Die Nasenform kann sowohl breit, als auch schmal sein.

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4. Melanesier
Die Körpergröße dieser Rasse variiert von 1,31-1,70m. Wobei die kleineren Wuchsformen verbreiteter sind. Die Hautfarbe ist schokoladig bis schwarz. Der Hasrwuchs ist üppig, schwarz und kraus.
Der Kopf ist lang und schmal, ebenso wie die Stirn.
Das Gesicht des eigentlichen Melanesiers ist eckig und weißt grobe Züge auf. Die Augen sind rund und sehr dunkel, haben eine gelbliche Hornhaut und sind ein bisschen weiter stehend. Die Nase ist breit. Der Mund ist auffällig groß, das Lippenrot ist mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt.
Bei dem Papua ist das Gesicht länglich und hervorstehend mit einer hakenförmigen Nase.

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5. Äthiopier
Sie sind durchschnittlich 1,67m groß, haben einen schokoladigen, aber rotstichigen Hautton, gekräuseltes Haupthaar bei spärlichem Bartwuchs. Die Kopfform ist länglich, das Gesicht oval.
Die Nase ist prominent, gerade oder nach außen gebogen. Die Lippen eher dick.

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6. Australier
Der Australier hat einen muskulösen, schlanken Körperwuchs bis durchschnittlich 1,67m und ebensolche Extremitäten. Der Hautton ist schokoladig bis rötlich braun mit einem starken, welligen und sehr dunklen Hasrwuchs.
Der Kopf ist länglich, die Stirn schmal und zurückstehend mit prominenten Augenbrauenwülsten.
Die Augen sind rund und schwarz, die Nase ist klein und flach.
Der Mund ist wegen seiner
Größe auffällig, das Kinn hingegen klein und zurücktretend.

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7. Drawida
Sie sind mit ca. 1,63m unterdurchschnittlich groß, haben einen sehr dunklen bis schwarzen Hautton und einen allgemein sehr üppigen, schwarzen, lockigen Haarwuchs. Das Gesicht ist nicht auffällig vorstehend.

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8. Assyroiden
Die Rasse ist nicht mehr in ihrer reinen Form existent und haben sich mit vorderasiatischen, armenischen und jüdischen Rassen vermischt. Auffällig waren die gelblichweiße Hautfarbe, die kurze Kopfform und insbesondere die schmale, hakenförmiger Nase mit einer sehr prominenten knubbeligen Nasenspitze.

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9. Indo-Afghanen
Sie sind hochgewachsen, haben einen hellbraunen Hautton mit schwarzem Haarwuchs. Die Kopfform ist lang, die Nase nicht charakteristisch, ist schmal und kann nach außen gebogen oder gerade sein.

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10. Araber bzw. Semiten
Sie haben einen schmalen und hohen Körperwuchs bis 1,65m. Die Hautfarbe ist gelblichweiß. Auffällig ist der gewölbte Hinterkopf, der insgesamt länglich ist. Das Gesicht ist oval, sehr prägend ist die konvex gebogene Hakennase.

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11. Berber
Sie sind durchschnittlich 1,67m. Der Hautton reicht von beige bis schwarzbraun. Die Kopfform ist eher länglich mit leicht gewölbtem Hinterkopf. Die Gesichtsform ist hingegen eckig. Die Haare sind schwarz. Die Nase kann gerade oder nach innen gebogen sein.

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12. Littoralen bzw. Atlanto-Mediterranier
Sie sind durchschnittlich 1,66m, haben eine hellbeige Hautfarbe, haben einen länglich oder mittellangen Kopf, die Gesichtsform ist oval, die Augen dunkel, die Nase gerade.

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13. Ibero-Insulaner
Der Ibero-Insulaner ist mit ca. 1,62 m eher klein, die Hautfarbe ist gelblich. Er hat eine sehr längliche Kopfform mit schwarzem, gekräuseltem Haar, die Augen sind schwarz und die Nase gerade.

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14. Westeuropäer bzw. Cevennenrasse
Die durchschnittliche Größe beträgt 1,63-1,64m, mit weißer Haut und hellbraunem bis sehr dunklem Haar. Kopf und Gesicht sind rundlich, die Augen sind braun.

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15. Adriatiker bzw. Dinarier
Sind mit 1,68-1,72m überdurchschnittlich groß, haben einen beigen Hautton, sehr kurzen Kopf, ein längliches Gesicht, dunkle  Haare und Augen, wobei letztere von geraden Brauen überwachsen sind. Die Nase ist nach innen gebogen oder gerade.

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16. Nordeuropäer
Die rosig-weißen Nordeuropäer sind mit ihren 1,73m überdurchschnittlich groß, die Haare sind blond oder rötlich. Kopf und Gesicht sind länglich, die Augen sind hell, oft blau.

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17. Osteuropäer
Auch deren Hautton ist rosig-weiß, die Haare in der Regel blond, die Augen blau oder grau. Sie sind jedoch kleiner, 1,63-1,64m und haben einen kurzen, rundlichen Kopf und eine sehr gerade Nase.

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18. Aino
Ein Aino ist mit 1,56m eher klein und hat eine hellbraune Hautfarbe. Besonders auffällig ist die sehr üppige Körperbehaarung, die sich bis in die häufig zusammengewachsenen Augenbrauen zeigt, das Haupthaar ist schwarz und strubbelig. Er ist langköpfig, hat aber ein rundliches, eher kurzes Gesicht. Die Überaugenbögen sind ebenso prominent wie die Wangenknochen. Die Augen sind waagrecht gestellt. Die Nase ist nach innen gekrümmt und breit, der Mund ist groß und hat üppige Lippen, auch das Kinn ist breit.

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19. Polynesier
Sind mit 1,74m im Durchschnitt sehr groß, haben einen guten Körperbau, einen helleren Hautton von braun-weiß bis zu einem hellen braun, die Kopfform ist nicht sonderlich subdolichokephal. Der Polinesier hat ein ovales Gesichtsfeld, waagrecht stehende, sehr offene, schwarze Augen, mit wenig prägnanten Augenbrauen. Die Nase hingegen ist vorstehend und verbreitert sich zur Spitze hin, sie kann gerade oder nach außen gebogen sein. Das Lippenrot ist wenig wulstig, der Kiefer ist leicht hervorstehend, wodurch das Kinn breit und ausgeprägt ist, der Bartwuchs ist spärlich.

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20. Indonesier
Sie sind durchschnittlich 1,60m, zierlich gebaut und haben kleine Extremitäten. Sie haben eine olivfarbene Haut, die bisweilen auch gelbstichig sein kann. Der Kopf ist eher kurz und rundlich, das Gesichtsfeld hat die Form einer Raute. Die Augen sind wegen der sogenannten “Mongolenfalte” besonders prägnant, zudem schwarz und waagrecht oder manchmal leicht schräg. Die Unteraugenpartie, die Jochbeine, sind prägnant, die Nase ist breit und manchmal gebogen. Die Lippen sind wulstig und vorstehend.

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21. Südamerikaner
Der Südamerikaner hat nicht nur einen muskulösen, sondern auch überdurchschnittlich hohen Körperbau. Die Hautfarbe ist rotstichig, der Kopf ist (mittel-)lang, lediglich das Haupthaar ist schwarz und glatt. Der übrige Körper ist kaum behaart. Das Gesicht ist auffallend breit, mit sehr prominenten Wangenknochen, die Stirn ist schmal und niedrig. Die Augen liegen tief, sind teilweise schräg gestellt, rundlich, klein und schwarz. Die Nase ist groß, nach vorne gebogen oder gerade.
Sie unterteilen sich in drei Gruppen: die Andenvölker, Amazones, Volksstämme von Ostbrasilien und Inner-Südamerika und den Pampasindianern.

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22. Nordamerikaner
Sie sind durchschnittlich 1,62-1,72m, eher zierlich gebaut und haben kleine Extremitäten. Sie haben eine olivfarbene bis gelbliche Haut. Der Kopf ist mittellang bis kurz und rundlich, das Gesichtsfeld hat die Form einer Raute. Die Augen sind wegen der sogenannten “Mongolenfalte” besonders prägnant, zudem schwarz und waagrecht oder manchmal leicht schräg. Die Jochbeine, sind prägnant, die Nase ist breit und manchmal gebogen. Die Lippen sind wulstig und vorstehend.
Es gibt drei Untergruppen, die Arktischen und Atlantischen Völker und die Pazificvölker.

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23. Zentralamerikaner
haben einen muskulösen, aber niedrigeren Körperbau. Die Hautfarbe ist rotstichig. Er ist kurzköpfig. Der nahezu haarlose Körper, wird von schwarzem, glatten Haupthaar geschmückt. Das Gesicht ist breit, die Wangenknochen ausgeprägt, die Stirn schmal und niedrig. Die Augen liegen tief, sind teilweise schräg gestellt, rundlich, klein und schwarz. Die Nase ist groß, nach vorne gebogen oder gerade.

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24. Patagonier bzw. Tehueltschen
Sind mit 1,78m sehr groß, haben eine braune Hautfarbe, sind kurzköpfig, mit einem eckigen Gesichtsfeld und gerader Nase.

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25. Eskimo
Der Eskimo ist durchschnittlich 1,60m, hat eine weiße, aber gelbstichige Hautfarbe und einen länglichen Kopf. Auffällig und charakteristisch ist das runde, sehr flache Gesichtsfeld.

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26. Lappen
Sind mit 1,54m sehr klein und kurzköpfig. Sie haben einen gelblich-weißen Hautton mit gerade Nase.

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27. Ugrier
Mit 1,61-1,64m sind sie eher klein, haben einen mittellangen bis länglichen Kopf, die weiße Haut ist gelbstichig, die Wangenpartie ist prominent, die Nase in der Regel gerade oder gebogen.

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28. Türken bzw. Turko-Tataren
Sie sind etwa 1,65m, sehr kurzköpfig, haben einen gelbstichigen, weißen Hautton und eine gerade Nase.

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29. Mongolen
Es gibt zwei Unterarten der Mongolen:
Die Nordmongolen sind mit ca. 1,60m eher kleinwüchsig, haben eine hell- bis dunkelgelbe Hautfarbe, sind kurzköpfig mit einer eckigen und flachen Gesichtspartie. Sie haben die typischen “Mongolenaugen”, schräg, schwarz und klein. Die Wangenknochen sind hoch und ebenso vorstehend wie die Kinnpartie. Die Nase ist auf Grund der großen Nasenflügel, der Breite, aber geringen Größe besonders charakteristisch. Die Mundpartie ist eher flach und schmallippig.
Die Südmongolen sind durchschnittlich 1,57-1,62m, können aber auch größer sein. Die Hautfarbe ist in der Regel ein wenig dunkler als die des Nordmongolen. Es gibt jedoch auch Untergruppen, die einen hellgelben, sattgelben, olivfarbenen oder rötlich-braunen Hautton haben. Das Haar ist identisch, schwarz und glatt. Die Kopfform kann ebenso variieren wie die Hautfarbe und reicht von kurzköpfig über mittellang bis langköpfig. Auch sie haben die Mongolenaugen und allgemein vorstehende Gesichtszüge wie der Nordmongole.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908,  Brockhaus 1911, Meyers 1905


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