Viele von uns wurden im Laufe ihres Lebens das eine oder andere Mal in einen Prozess involviert.

Sofern man nicht selbst Partei eines Zivilprozesses ist, sind häufige Fälle die der Ladung als Zeuge, sowohl im Straf- als auch im Zivilprozess. Ein Zeuge ist eine Person, die nicht am Prozess selbst beteiligt ist, aber auf Grund besonderer Wahrnehmungen der Aufklärung des Sachverhalts dienlich sein kann. Im Gegensatz zum Sachverständigen muss ein Zeuge nicht neutral sein und ist es häufig auch nicht. Dennoch ist er zur Wahrheit verpflichtet. Als Sachverständiger kann nur fungieren, wer über den notwendigen Sachverstand verfügt.

Zwischen Sachverständigem und Zeugen steht der sachverständige Zeuge. Dabei handelt es sich um einen Zeugen, der vergangene Tatsachen und Zustände auf Grund seiner besonderen Sachkunde anders beurteilen kann und daher unerlässlich ist. Er wird jedoch grundsätzlich wie ein Zeuge behandelt. Dies gilt auch für die Entschädigung. Sämtlichen entgeltlichen Ansprüche von Zeugen und Sachverständigen regelt das Justizvergütungs- und –Entschädigungsgesetz (JVEG). Auf Grund des spezialgesetzlichen Charakters regelt dieses Gesetz die Ansprüche abschließend. Das bedeutet, dass auch der sachverständigen Zeuge auch nicht nach den Vorschriften über die Geschäftsführung ohne Auftrag gem. §§ 688 ff. BGB entschädigt werden kann. Er ist in erster Linie Zeuge des Geschehens, obwohl er auf Grund seiner speziellen Kenntnisse die Tatsachen auf eine Weise interpretieren kann, die ihn unersetzlich machen.

Ob dies (sach-)gerecht ist, sei dahingestellt. Jedenfalls liegt keine Gesetzeslücke vor.

Eine weitergehende Entschädigung eines sachverständigen Zeugen kann nur gewährt werde, wenn ein Arzt als sachverständigen Gutachter bestimmte medizinische Handlungen vornimmt, die ebenfalls abschließend in § 10 JVEG in Verbindung mit Anlage 2 geregelt sind.
Ansonsten erhalten Zeugen als Entschädigung Fahrtkostenersatz, Entschädigung für Aufwand, Ersatz für sonstige Aufwendungen, Entschädigung für Zeitversäumnis, Nachteile bei der Haushaltsführung und Verdienstausfall. Sachverständige erhalten ein Honorar für ihre Leistungen, Fahrtkostenersatz, Entschädigung für Aufwand sowie Ersatz für sonstige und besondere Aufwendungen. Dabei hat der Sachverständige einige Dinge zu beachten, um seinen Anspruch nicht oder in Teilen zu verlieren. Dazu gehören insbesondere deren rechtzeitige Geltendmachung, die Wahrung der Unparteilichkeit, die Mangelfreiheit der Leistung, um nur einige Punkte zu benennen.

Aus Transparenzgründen orientiert sich die Entlohnung meiner gutachterlichen Tätigkeit ebenfalls an dem JVEG.

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