Der Luftraum ist in privater Hand

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Der Luftraum ist in privater Hand

Seit Jahren wächst die Begeisterung Privater, den Luftraum zu erobern. Immer mehr Menschen schaffen sich sogenannte Drohnen an. Drohnen sind „unbemannte Flugobjekte“. Es gibt sie in zahlreichen Formen und Größen und werden sowohl für gewerbliche, als auch rein private Zwecke verwendet.

Bislang waren die Nutzung und der Verkauf eher stiefmütterlich geregelt.

Das sollte sich für die Zukunft ändern. Nach immer zahlreicheren Zwischenfällen, wie Zusammenstößen, Abstürzen, Gefährdungen und dem schlichten Missbrauch, sah sich die Regierung in der Bredouille, dem zügellosen Gebaren Einhalt zu gebieten. Prominentestes Beispiel ist die Attacke auf den Sänger Enrique Iglesias während seines Konzerts. Eine Drohne bewegte sich auf ihn zu, wahrscheinlich zum Zwecke der Aufnahme, bei dem Versuch, die Drohne abzuwehren, erlitt er mehrere Schnittwunden an der Hand. Das Konzert musste abgebrochen werden und er kam ins Krankenhaus. Aber auch weitere Unfälle, wie der Zusammenstoß einer Drohne mit dem Olympiaturm und anschließendem Absturz in unmittelbarer Nähe zu einer Familie, oder die „Landung“ neben Kanzlerin Merkel im Jahr 2013, sind nur Teilprobleme. Zwar gab es in den letztgenannten Fällen keine Verletzten. Das war jedoch reine Glückssache! Außerdem scheint es doch mehr als bedenklich, wenn sich ein unbekanntes und unbemanntes Flugobjekt einer Gruppe von Politikern auf einer vielbesuchten Veranstaltung ohne jegliche Gegenwehr nähern kann.
Nun endlich hat das Bundeskabinett eine Regulierung angestoßen.

In Zukunft soll es eine Kennzeichnungspflicht geben. Name und Anschrift des Eigentümers sollen auf einer Plakette auf der Drohne angebracht werden, wenn diese schwerer als 0,25 Kg sind. Ist die Drohne schwerer als 2,0 Kg bedarf es eines „Drohnen-Führerscheins“. Dieser Kenntnisnachweis kann in unterschiedlicher Form erbracht werden, so z.B. mittels einer gültigen Pilotenlizenz, Prüfung durch eine Stelle des Luftfahrt-Bundesamtes, Bescheinigung nach einer Einweisung durch den Luftsportverein. Letzteres erfordert ein Mindestalter von 14 Jahren und ist nur für Flugmodelle zulässig.

Die Verpflichtung des Kenntnisnachweises entfällt im Falle der Nutzung von Drohnen auf Modellfluggeländen.

In Deutschland ist die Nutzung von unbemannten Flugobjekten und Flugmodellen erlaubnispflichtig. Erlaubnisfrei ist der Betrieb grundsätzlich, wenn das Flugobjekt weniger als 5 Kg wiegt. Unabhängig vom Gewicht sind alle Behörden und sicherheitsbeauftrage Organisationen von der Erlaubnispflicht befreit.

Gewerbliche Nutzer bedürfen in Zukunft ebenfalls erst ab einem Gesamtgewicht von 5 Kg eine Erlaubnis und können für das Betriebsverbot auf Sichtweise eine Lockerung beantragen. Mit diesen Regelungen werden auch klare Betriebsverbote erlassen. Verboten ist demnach ein Betrieb außerhalb der Sichtweite eines Gerätes unter 5 Kg.

Ebenfalls verboten ist das Überfliegen bestimmter Verkehrswege, das Fliegen in oder über sensiblen Bereichen, wie Einsatzorten von Polizei- und Rettungswägen, Kontrollzonen von Flugplätzen (bis 1,5 Km), das Überfliegen von Wohngrundstücken, wenn die „Drohne“ schwerer als 0,25 Kg ist und der Aufzeichnung akustischer oder optischer Signale fähig ist und Flughöhen von über 100 Metern. Drohnen dürfen generell nicht schwerer als 25 Kg sein.

Der Landesluftfahrtbehörde obliegt es, Ausnahmen zuzulassen, wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet ist. Grundsätzlich ist während des Betriebs das Ausweichgebot unbemannter Drohnen zu beachten! Die Regelungen wurden bereits ausgehandelt und stecken nun zwischen Bundestag und Bundesrat fest.

Es bleibt jedoch fraglich, ob eine rein technische und praktische Regelung der Nutzung genügt oder ob es darüber hinaus nicht auch einer persönlicher Überprüfung bedarf- Wer sollte die Möglichkeit bekommen und wem kann die Verantwortung übertragen werden, unerkannt Luftbilder machen zu können? Wenn Sportschützen einer Zuverlässigkeitsprüfung unterzogen werden und ein Bedürfnis nachweisen müssen- sollte das nicht auch für Drohnen-Inhaber gefordert werden können?

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