Richter Befragt Experten

Angesichts der rechtlichen Fragen, mit denen wir oft konfrontiert sind, insbesondere bei der Quantifizierung von „sehr wahrscheinlich“ in Prozent, möchte ich erläutern, warum ich als Gutachter entschieden habe, solche Zahlenangaben zu vermeiden. Die Wahrscheinlichkeit von Identität oder Nichtidentität wird bewusst als verbales Prädikat formuliert, denn biostatistische Berechnungen sind problematisch. Es fehlen ausreichend umfangreiche und validierte Datenbanken, die verschiedene ethnische Herkünfte und Altersgruppen berücksichtigen. Zudem wurden die Referenzbilder nicht unter standardisierten Bedingungen erstellt. Daher ist die „echte“ Ausprägung der Merkmale oft nicht erkennbar, und Berechnungen, die auf der „scheinbaren“ Ausprägung basieren, könnten zu falschen Schlussfolgerungen führen.

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Obgleich es eine faszinierende und teils makabre Frage bleibt, ob man einen menschlichen Schädel besitzen darf, so entfaltet sich hinter ihr ein dichter Wald aus ethischen, rechtlichen und kulturellen Überlegungen. Ermittlungsbehörden, Anwälte und auch Privatpersonen – sie alle stehen manchmal vor der Herausforderung, mit menschlichen Überresten konfrontiert zu werden, sei es aus beruflichen oder sogar aus Sammelleidenschaft. Mit meiner langjährigen Erfahrung und tiefgehenden Kenntnis dieser Materie will ich im Folgenden die rechtlichen und ethischen Grundlagen beleuchten, die hierbei zu beachten sind – in einem umfassenden und vor allem neutralem Leitfaden für all jene, die dem Totenkult ein wenig näher kommen möchten.

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Childskull6years

In Demut versinke ich jedes Mal, wenn ich über die unermessliche Genialität von Mutter Natur nachdenke, die sich in den zahllosen Funktionsweisen des menschlichen Körpers zeigt. Vom Moment der Geburt über das Heranwachsen bis hin zum unausweichlichen Altern und dem Übergang in den Tod – der Homo sapiens erweist sich als ein faszinierendes Werk der Schöpfung, eine Meisterleistung, die mich stets zum Staunen bringt: Wer mag wohl der Schöpfer dieses erstaunlichen Wesens sein, das in biologischer Vollkommenheit thront?

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Neuroplastizitaet Rauscher

Die Fähigkeit zur Gesichtserkennung ist ein faszinierendes Phänomen, das sowohl Wissenschaftler als auch die breite Öffentlichkeit in seinen Bann zieht. Besonders die sogenannten „Super-Recognizer“ – Menschen mit außergewöhnlichen Gesichtserkennungsfähigkeiten – stehen im Zentrum der aktuellen Forschung. Eine zentrale Frage bleibt dabei, ob diese Fähigkeiten angeboren oder erlernt sind. Neueste Studien und Expertenmeinungen stützen zunehmend die Hypothese, dass Gesichtserkennung eine erlernte Fähigkeit ist, die durch das Prinzip der Neuroplastizität erklärt werden kann.

falten und furchen

Falten und Furchen, die subtilen Manifestationen der Hautmorphologie, bieten eine außergewöhnliche Bandbreite an einzigartigen Identifikationsmerkmalen. Diese dienen als präzise Vergleichspunkte zwischen dem identifizierenden Modell und dem zu identifizierenden Subjekt. Die Komplexität und Individualität dieser Merkmale erlaubt eine bemerkenswerte Präzision bei der Identifikation.

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Mumie

Die forensische Wissenschaft, dieses faszinierende, vielseitige Reich, in dem naturwissenschaftliche Techniken zur Aufklärung krimineller Aktivitäten angewandt werden, birgt Geheimnisse und Einsichten, die den Geist fesseln. Einer der brillantesten Sterne am forensischen Firmament ist die Altersbestimmung menschlicher Überreste – ein Prozess, der in strafrechtlichen Ermittlungen unerlässlich ist. Die Radiokarbondatierung, weithin bekannt als C14-Analyse, ragt durch ihre Präzision und Zuverlässigkeit heraus. Lassen Sie uns das magische Potenzial und die unvermeidlichen Beschränkungen dieser Methode im Kontext der modernen Forensik beleuchten.

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Leichenflecken

Leichenflecken, auch bekannt als Livores, sind ein komplexes Mosaik aus Verfärbungen, das die forensische Welt seit Jahrhunderten in Staunen versetzt. Diese postmortalen Markierungen, die durch die Ansammlung von Blut in den tiefstgelegenen Körperpartien nach dem Tod entstehen, bieten eine Schatzkiste an Informationen, die für die Bestimmung des Todeszeitpunkts und umfangreiche forensische Untersuchungen von unschätzbarem Wert sind. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen rätselhaften Flecken, die nach dem Ableben eines Menschen wie stille Zeugen erscheinen?

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Bewegungsanalyse

Die Identifikation von Personen auf Videoaufnahmen durch forensische Sachverständige basiert auf der Analyse von Körperbau und Bewegungsmustern, um einzigartige biometrische Merkmale zu erkennen und so eine präzise Identifizierung zu ermöglichen.
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Der Mensch Schrumpft Tagsüber

In forensischen Untersuchungen und der Verbrechensbekämpfung ist die Bestimmung der Körpergröße einer Person, insbesondere eines Täters, aus Videoaufnahmen häufig eine wichtige Aufgabe. Die Körpergröße kann als Identifikationsmerkmal dienen und bei der Erstellung von Täterprofilen oder der Suche nach Verdächtigen hilfreich sein. In diesem Aufsatz werden die technischen Möglichkeiten und die Genauigkeit bei der Messung der Körpergröße einer Person in Videoaufnahmen untersucht.

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StracheVideo

Anfang Mai 2019 hatte ich im Auftrag der Süddeutsche Zeitung und des Spiegel das #StracheVideo geprüft und als authentisch befunden.

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